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Das war in Schöneberg

 

Sie: War es denn nicht wunderschön, wie wir uns vertrugen?

Er: Und beim In die Schule Gehn, alle KInder schlugen.

Sie: Und wie schön wir außerdem beide immer spielten.

Er: Und mit Kügelchen von Lehm nach der Muhme zielten.

Sie: Und dann rauschte sie empört fort zu unser Freude.

Er: Wenn den Rücken sie gekehrt küßten wir uns beide.

Sie: Keiner hat uns zugesehn.

Er: Drum war's frad so schön. Das war in Schöneberg im Monat Mai, ein kleines Mädelchen war auch dabei.

Sie: Das hat den Buben oft und gern geküßt wie das in Schöneberg so üblich ist.

 

Worte: Rudolf Bernauer und Rudolph Schanzer

 

 


Ich liebte einst ein Mädchen

(Der Mord auf dem Wilhelmsplatz)

Ich liebte einst ein Mädchen. wie's jeder Jüngling tut.

Sie aber zu verführen, dazu hatt' ich keinen Mut.

Sie aber zu verführen, dazu hatt' ich keinen Mut.

 

Ich ward von ihr gerissen drei Jahr führ's Vaterland,

sie schwur mir unter Küssen die Treu zum Ehestand.

sie schwur mir unter Küssen die Treu zum Ehestand.

 

Und als ich kam auf Urlaub wohl in das Elternhaus,

da stellte sie sich blöde und eilt' zur Tür hinaus.

da stellte sie sich blöde und eilt' zur Tür hinaus.

 

Das hat mich sehr verdrossen, ich faßte den Entschluß:

Ihr Leben muß sie lassen, es kost't nur einen Schuß.

Ihr Leben muß sie lassen, es kost't nur einen Schuß.

 

Ich traf mit ihr zusammen wohl auf dem Wilhelmsplatz,

da schlug die zwölfte Stunde, und sie ward leichenblaß.

da schlug die zwölfte Stunde, und sie ward leichenblaß.

 

Sie wollte mit mir reden, ich hatte keine Lust,

ich lud schnell mein Revolver und schoß ihr durch die Brust.

ich lud schnell mein Revolver und schoß ihr durch die Brust.

 

Ihr hübschen jungen Mädchen, nehmt euch ein Beispiel dran,

wie man aus falscher Liebe zum Mörder werden kann.

wie man aus falscher Liebe zum Mörder werden kann.

 

(Alt-Berliner-Moritat)

 

Gedichte Titel

Erinnerung an die Marie A.


1
An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.


2
Seit jenem Tag sind viele, viele Monde
Geschwommen still hinunter und vorbei
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: Ich kann mich nicht erinnern.
Und doch, gewiß, ich weiß schon, was du meinst
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nur mehr: Ich küßte es dereinst.


3
Und auch den Kuß, ich hätt' ihn längst vergessen
Wenn nicht die Wolke da gewesen wär
Die weiß ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt viellicht das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.

Bertoldt Brecht
(1896-1956)


Bertoldt Brecht Photo

 

Gedichte Titel

Der Kuß

Es regnet - doch sie merkt es kaum,
weil noch ihr Herz vor Glück erzittert:
Im Kuß versank die Welt im Traum.
Ihr Kleid ist naß und ganz zerknittert

und so verächtlich hochgeschoben,
als wären ihre Knie für alle da.
Ein Regentropfen, der zu Nichts zerstoben,
der hat gesehn, was niemand sonst noch sah.

So tief hat sie noch nie gefühlt -
so sinnlos selig müssen Tiere sein!
Ihr Haar ist wie zu einem Heiligenschein zerwühlt -
Laternen spinnen sich drin ein.



Wolfgang Borchert
(1921-1947)

Wolfgang Borchert Photo

 

Gedichte Titel

 

Auf deine Lider senk ich Schlummer


Auf deine Lider senk ich Schlummer,
auf deine Lippen send ich Kuß,
indessen ich die Nacht, den Kummer,
den Traum alleine tragen muß.

Um deine Züge leg ich Trauer,
um deine Züge leg ich Lust,
indes die Nacht, die Todesschauer
weben allein durch meine Brust.

Du, die zu schwach, um tief zu geben,
du, die nicht trüge, wie ich bin -
drum muß ich abends mich erheben
und sende Kuß und Schlummer hin.

Gottfried Benn
(1886-1956)

Gottfried Benn Photo

 

Tierküsse Titel

Bär küsst Blume

Bärenküsse

 

Bärenkuss Bärenkuss Animation Bärenküsse Serviette
 

Traditionelle Küsse Titel

 

Küssen des Blarney Stones

Der Blarney Stone

Der weltberühmte Blarney Stone befindet sich hoch oben in der irischen Festung des Blarney Castle in der Nähe der Stadt Cork. Die Festung ist 30 Meter hoch und wurde im 15. Jh. erbaut. Man glaubt das der Blarney Stone die eine Hälfte des Stone of Scone ist, dessen andere Hälfte sich im Westminster Abbey in London befindet. Der Stein gehörte eigentlich Schottland. Schottische Könige wurden über dem Stein gekrönt, weil man ihm magische Kräfte nachsagte.

Der Blarney Stone befindet sich an der Innenseite der Außenmauer im 3. Stockwerk.
Um ihn zu küssen, muss man sich auf den Rücken legen und den Kopf nach hinten über eine riesige Spalte beugen. Durch das Küssen soll man mit dem Geschenk der Beredsamkeit gesegnet werden.

alte Postkarte Blarney Stone

Hier gibt es noch mehr über den Blarney Stone:
http://members.chello.at/hhofer/blarney-stone-st-patricks-day.htm


 
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