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Manche Menschen erinnern sich genau an ihren ersten Kuss. Wie er schmeckte, wie spät es war oder ob er an einem heimlichen Ort stattfand. Da die ersten Küsse auf jeden Fall eine sehr eigene Erfahrung sind, die sich kaum wissenschaftlich festhalten noch verallgemeinern lassen, möchte ich hier andere zu Wort kommen lassen. Wer also mag, kann mir gerne seine Geschichte von seinem ersten Kuss schreiben und ich werde sie dann hier veröffentlichen.

Der erste Kuß
Katrin Gebicke
Das Mondlicht streifte sanft sein Haar, der Wind in allen Blättern rauschte, ich sah ihn an, wie wunderbar er mit mir heiße Blicke tauschte.
Er nahm ganz sanft mich in den Arm und in der Nähe ging ein Fluß mein Herz das wurde mir ganz warm da war's geschehn, der erste Kuß.

2% der 16jährigen Mädchen haben noch nicht geküsst.
88% der Mädchen erlebten ihren ersten Kuss zwischen 11 und 13 Jahren.
84% der Jungen erlebten ihren ersten Kuss zwischen 12 und 14 Jahren.
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Postkartenreihe "Der erste Kuss" um 1900
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An Favonien als er Sie zum ersten mahl küste. Heinrich Mühlpfort (1639-1681)
Diß ist mein erster Kuß / den ich Favonie! Du schönes Menschen-Kind / auf deine Lippen setze. Du biß mein Paradieß / in dem ich mich ergötze / Nun bin ich wohl vergnügt / weil ich so feste steh / Und dencke weiter nicht / ob jene Angst und Weh / Durch Unglück meine Lieb / und ihren Lauff verletze. Wie hoch ich deinen Kuß O Allerliebste! schätze / Das weiß ein jeder Stern / es weiß es Erd und See. Das Herze konte sich nicht eh zu frieden geben / Biß es von deinem Mund / ein Zeichen wahrer Gunst / Empfangen wie es wolt / nun hat es auch sein Leben / Zugleicher Gegen-Pflicht entzündt in Liebes-Brunst. Drum wundre dich ja nicht / wann ich es mehr begehre / Daß mir dein rother Mund ein Liebes-Pfand gewähre.
Postkarte von 1913


Der erste Kuß Lochvickaja
Wir blieben allein, - die Sekunden verrannen... Und mein Herz war vor Spannung und Liebe so schwer. Und ich wollte vergessen, das Glück wollt ich bannen, und ich war voller Liebe zu Dir und Begehr.
Und es sanken die Lieder, belastet von Trämen, und ich schloß sie, von süßer Erwartung erfaßt. Wir berührten uns wie in den flüchtigen Rämen ungebundene Vögel in schwebender Rast...
Eine Traumwelt erwachte und nahm mich gefangen, und sie zauberte rauschende Palmen hervor, leise zitternd verborgene Harfen erklangen, und es stiegen berauschende Düfte empor.
Wie ein Blatt schien ich mir, das die Wellen entführen, wie ein Klümpchen von Sand, das der Sturmwind verweht. Und ich flog, ich flog ohne Land zu berühren in azurblaue Höh, die sich uferlos dehnt.
Als aus Nebeln der Lust und aus traumhaftem Weben ich erwachte und aufsah zu ihm - wie viel Glück strahlte mir aus dem blassen Gesichte entgegen, wie viel Glück aus dem tiefen verschleierten Blick!
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