Gedichte Titel

Hans Assmann von Abschatz (1646 - 1699)




Mit was vor Süßigkeit /
o zarter Mund /
Beküß ich den Rubinen-Grund!
Mit was vor Süßigkeit hör ich die Lippen sprechen /
Die voller Honig-Worte seyn!
Ach aber /
schöpff ich ein Vergnügen ein /
So muß ich unterdeß des andern mich entbrechen.

Dein Himmels-Geist belebt der Worte Fluß /
Der Seelen Seele deinen Kuß.
Wie soll ich mich der Wahl /
der schweren Wahl entbrechen?
Ach / könte doch dein edler Mund /
Dem so viel Gunst der Himmel hat vergunnt /
Mit Reden küssen / und mit Küssen sprechen!




 

Der berechtigte Kuß


Wohnet nicht auff deinen Lippen / meine Freude / mein Vergnügen /
Meine Seele / meine Wonne / ja mein Leben / meine Ruh?
Warum soll ich nicht das Meine / wo ichs finde / wieder kriegen?
Alle Recht und Richter sprechen jedem ja das Seine zu.

 

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