
De nocte et osculo Hasilinae, erotice
Illa quam fueram beatus hora, inter basia et osculationes, contrectans teneras Hasae papillas, et me nunc gremio inferens venusto, nunc stringens teneris suum lacertis pectus, languidulo gemens amore. quod me in reciproco fovebat aestu, cogens deinde suos meare in artus, dum nostros animos per ora mixtos cum vinclis adamantinis ligavit Diva ex caeruleo creata ponto. o nox perpetuis decora stelis, quae divum facies levas coruscas, et fessis requiem refers salubrem. nunc stes Herculeo velut sub ortu, aut qualis Suetiis soles sub oris, dum Phoebus pluvium revist Austrum, nullam per spatium bimestre lucem fundit, perpetuas ferens tenebras, sic fervens satiabitur voluptas.
Nacht und Hasilinas Kuß
Wie war glücklich ich doch in jener Stunde da wir Küsse und wieder Küsse tauschten, da ich streichelte Hasas zarte Brüste, mich versenkte in ihrem süßen Schoße, ihren Busen mit sanften Armen umfaßte und von Liebe erschöpft nur seufzen konnte! Wie in mir sie dann die Glut durch Glut entfachte, die mich zwang, unsre Glieder zu verstricken! Ducrh die Münder vermischten sich die Seelen, und es band uns mit Fesseln von Demantstein jene Göttin, der blauen See entstiegen. Nacht, erstrahlend von tausend ew´gen Sternen, die du leuchtendes Götterantlitz hebest, die du heilsame Ruhe Müden spendest: so wie einstmals, als Herkules erzeugt ward, bleibe stehn - oder wie an Nordlands Küste, wenn sich Phoebus zum regenreichen Süden wendet, und es zwei Monde lang nicht Tag wird, da beständiges Dunkel er läßt walten - so nur wird meine Lust gesättigt.
Conrad Celtis

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