
Heinrich Heine
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Hast du die Lippen mir wund geküßt, So küsse sie wieder heil, Und wenn du bis Abend nicht fertig bist, So hat es auch keine Eil.
Kaum sahen wir uns, und an Augen und Stimme
Kaum sahen wir uns, und an Augen und Stimme Merkt ich, daß du mir gewogen bist; Stand nicht dabei die Mutter, die schlimme, Ich glaube, wir hätten uns gleich geküßt.
Und morgen verlasse ich wieder das Städtchen, Und eile fort im alten Lauf; Dann lauert am Fenster mein blondes Mädchen, Und freundliche Grüße werf ich hinauf.
O schwöre nicht und küsse nur
O schwöre nicht und küsse nur, Ich glaube keinem Weiberschwur! Dein Wort ist süß, doch süßer ist Der Kuß, den ich dir abgeküßt! Den hab ich, und dran glaub ich auch, Das Wort ist eitel Dunst und Hauch.
* O schwöre, Liebchen, immerfort, Ich glaube dir aufs bloße Wort! An deinen Busen sink ich hin, Und glaube, daß ich selig bin; Ich glaube, Liebchen, ewiglich, Und noch viel länger, liebst du mich.
Küsse, die man stiehlt im Dunkeln
Küsse, die man stiehlt im Dunkeln Und im Dunkeln wiedergibt, Solche Küsse, wie besel'gen Sie die Seele, wenn sie liebt!
Ahnend und erinnrungsüchtig Denkt die Seele sich dabei Manches von vergangnen Tagen, Und von Zukunft mancherlei.
Doch das gar zu viele Denken Ist bedenklich, wenn man küßt; - Weine lieber, liebe Seele, Weil das Weinen leichter ist.
Ich will meine Seele tauchen
Ich will meine Seele tauchen In den Kelch der Lilie hinein; Die Lilie soll klingend hauchen Ein Lied von der Liebsten mein.
Das Lied soll schauern und beben Wie der Kuß von ihrem Mund, Den sie mir einst gegeben In wunderbar süßer Stund.
Wer weiß, wer weiß??!!
Ich halte ihr die Augen zu...
Ich halte ihr die Augen zu Und küss sie auf den Mund; Nun lässt sie mich nicht mehr in Ruh, Sie fragt mich um den Grund. Von Abend spät bis Morgens früh, Sie fragt zu jeder Stund: Was hältst du mir die Augen zu, Wenn du mir küsst den Mund?
Ich sag ihr nicht, weshalb ichs tu, Weiss selber nicht den Grund - Ich halte ihr die Augen zu Und küss ihr auf den Mund.
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