 "Botafumeiro" und "Pilgerkuss"
Vier in Rot gekleidete kräftige Männer ziehen abwechselnd an der Zugvorrichtung, die den 50 Kilogramm schweren und 1,10 Meter hohen silbernen Weihrauchkessel lenkt. Im atemberaubenden Tempo fliegt er über den Köpfen der Betenden hinweg. Viele bekreuzigen sich, andere murmeln Gebete oder Wünsche vor sich hin. Der Höhepunkt der Pilger-Messe ist damit erreicht: Denn der "Botafumeiro", der normalerweise nur zu besonderen Feierlichkeiten geschwungen wird, wird aus der Verankerung gehoben und von den vier Männern abtransportiert.
Der "Botafumeiro" gehört ebenso zur Tradition des Jakobsweges wie der "Pilgerkuss" – das Berühren oder Küssen der Statue des Heiligen Jakobus. Kein Wunder also, dass sich Dutzende nach der Messe durch den schmalen Weg drängen, der den Hauptaltar in zwei Teile trennt. Einige laufen die zwei Stufen hinunter zu dem kleinen römischen Mausoleum, in dem in einer Silberurne die Überreste des Apostels untergebracht sind. Andere streben direkt zur sitzenden Statue des Heiligen Jakobus, die man berühren, umarmen oder gar küssen kann – ein Schnappschuss, der wohl in jedem Fotoalbum eines Jakobus-Pilgers zu finden ist.
... Zum Abschluß begaben sie sich hinter die Apostelstatue am Jakobusaltar, um dem Heiligen ihre Verehrung zu bezeugen, mitunter durch einen Kuß des Standbildes. aus: Praxis und Vollzug der Pilgerfahrt (Santiago de Compostela) http://www.kath.de/quodlibe/santiago/santia04.htm
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